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Kloster Schweikelberg - ein einziges Lichtermeer

Zweite Orgelnacht mit exzellenten Solisten und Augenschmaus für ein staunendes Publikum — Fortsetzung fest eingeplant

Ein wunderbares Farbenschauspiel bot sich den Besucher der 2. Schweiklberger Orgelnacht. Zu Klängen des polnischen Organisten Krzysztof Ostrowski tauchte die Firma Stinglhammer Consulting Group aus St. Salvator den Kirchenraum in die schilfernsten Farben.

Von Elke Fischer
Vilshofen. So farbenprächtig hat Pater Pius sein Gotteshaus noch nie gesehen: In ein einzigartiges Lichtermeer wurde das Kirchenschiff bei der Zweiten Schweiklberger Orgelnacht am frühen Samstagmorgen getaucht. Nicht nur der Musikexperte des Klosters war begeistert, auch die rund 200 Besucher, die bis Viertel nach zwei Uhr auf den Bänken ausharrten und anschließend mit stehenden Ovationen die Künstler verabschiedeten.

Zum krönenden Abschluss der Nacht wurde ein ganz besonderer Augenschmaus geboten: Die Experten der Firma Stinglhammer Consulting Group aus St. Salvator untermalten nämlich die Töne des polnischen Organisten Krzysztof Ostrowski mit ihrer 28 000 Watt starken Anlage und insgesamt 42 Strahlern in den verschiedensten Farben. Mal loderten die Chorgänge in brennendem Rot, während sich die darunter liegenden Seitenschiffe in kaltem Blau präsentierten. Dann wieder zauberten die Profis einen weißblauen Himmel an die Decke und ließen Rosetten in den bayerischen Farben durch die Kirche tanzen. Selbst vor dem Heiligen Benedikt und der Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm machten sie nicht halt. Die Statuen wurden immer wieder ins Farbenspiel mit einbezogen.

Bürgermeister Hans Gschwendtner (L) und die Organisatorin Carola Baumann-Moritz mit den Stars des Abends: (v.r.) David Timm, Harald Feller, Stefan Schmidt und Krzysztof Ostrowski. (Foto: Fischer)

Aber nicht nur die Lichtkunst versetzte die Gäste der langen Nacht ins Staunen, auch die dargebotene Musik war ein wahrer Hochgenuss. Voll auf ihre Kosten kamen die zahlreichen Jazzfreunde, die durch das Motto „Der Jazz – eine Annäherung" angelockt worden waren, bei David Timm aus Leipzig. Er schaffte mit spielerischer Eleganz die Verbindung zwischen Johann Sebastian Bach und der Musikrichtung herzustellen, die ursprünglich von Nordamerikanern mit afrikanischer Herkunft kreiert worden war. Und Timm, Musikdirektor der Universität Leipzig, sorgte dafür, dass die Jazzer im Kirchenraum eifrig mitwippten.

Aber auch Harald Feller, der bei der Premiere der Orgelnacht im letzten Jahr schon für Furore gesorgt hatte, enttäuschte seine Fans nicht. Vor allem bei seiner Bearbeitung von Star-Wars-Suite erntete er große Bewunderung für diese exzellente Leistung auf der Orgel.

Das Vilshofener Urgestein des Jazz interpretierte in der Formation Jazz­coop Vilshofen zu mitternächtlicher Stunde Swing und Duke Ellington am Eingang zur Klosterkirche. (Foto: Laudi)

Die Organisatorin des Abends, die Musiklehrerin Carola Baumann-Moritz, war denn auch hochzufrieden. „Schade, dass es so früh zu ende ging; von mir aus hätten wir noch bis 5 Uhr früh weitermachen können", meinte sie zum Abschluss eines gelungenen Abends. Eine Fortsetzung ist schon geplant: Nächstes Jahr wird das Motto „Orgel and friends" lauten. Das heißt, jeder Interpret darf einen Partner mitbringen. David Timm: „Ich würde mit einem Saxophonisten kommen, vorausgesetzt, ich bekomme wieder eine Einladung. Denn alles ist toll hier. Die Orgel, die Organisation, das Ambiente." Harald Feller kann im nächsten Jahr noch mehr Schlagkraft zeigen. Er will auch wieder mit dabei sein, und zwar mit einem Schlagzeuger als Unterstützung seines ohnehin schon mehr als kraftvollen Orgelspiels.

Quelle: Vilshofener Anzeiger

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