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Firma bietet volles Showprogramm
Gewagter Sprung in die Selbstständigkeit - Von der Laserausstattung bis zur Tischdecke

- Als jüngst Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg zu den Bad Füssinger Gesprächen im Johannesbad im Landkreis Passau zu Gast war, war Armin Stinglhammer dafür zuständig, dass die Gäste bequem saßen und den Bundesverkehrsminister einwandfrei sehen und hören konnten. Foto: Jörg Schlegel
Von Regina Ehm-Klier
Es war ein bombensicherer Job. Sozialversicherungsangestellter bei der AOK. Hört sich nicht aufregend an, ist aber sicher bis zur Rente. Armin Stinglhammer (45) aus Bad Griesbach setzte nicht auf Sicherheit, denn es gab da noch die Musik. Die zehn köpfige "Jim Squire Band" war in den späten 80er und Anfang der 90er Jahre schon recht erfolgreich unterwegs. Die Band war nicht nur spezialisiert auf gute Musik, sondern auch auf den guten Ton - die Technik faszinierte Armin Stinglhammer. So sehr, dass er irgendwann anfing, auch neben der Bühne zu arbeiten. Vor 24 Jahren gründete er seine Firma SCGI, Stinglhammer Consult Group International. Neun Jahre später wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. "lch habe es bis heute nicht bereut", bekräftigt ein gut gelaunter Firmenchef, der gerade eine große Firmenpräsentation in Berlin erfolgreich betreut hat.
Zehn Mitarbeiter beschäftigt SCGI mittlerweile, ein Büro in München wurde gerade eröffnet, zudem darf Stinglhammer neuerdings junge Leute im anspruchsvollen Bereich "Veranstaltungstechnik" ausbilden.
Gefeiert wird immer irgendwo
Freilich tauschte Stinglhammer mit dem Schritt in die Unabhängigkeit auch Freizeit ein. An Wochenenden ist er mit einem Team unterwegs, irgendwo in Deutschland, Österreich, Italien oder der Schweiz. Denn Krise hin oder her: Gefeiert wird immer irgendwo. Zum Beispie! eine Nobelparty nach dem Hahnenkammrennen in Kitzbühel, wo sich Promis wie Michael Schumacher oder Formel-1-Ikone Bernie Ecclestone amüsierten. Die aufwendige Lasershow, bei der alles auf die Hundertstel-Sekunde abgestimmt war, lieferte Armin Stinglhammer. Dazu braucht es freilich Equipment, wie die Ausstattung rund um eine Bühne neudeutsch genannt wird. Da setzt Stinglhammer ausschließlich auf Eigentum. Gemietet wird nichts, einen Auftrag an einen Subunternehmer gibt es erst recht nicht. Stinglhammer hat gern alles unter Kontrolle. Wenn dann zwei Multicolorlaseranlagen mit 256 Millionen Farben und ein Laserroboter mit sechs beweglichen Achsen wie in Kitzbühel installiert werden, hantiert das Team von SCGI schon mal mit Werten von rund 600000 Euro. Nichts für eine schlichte Geburtstagsfete, die Rechnung für so eine Lasershow bewegt sich im fünfstelligen Bereich.
Es muss nicht immer mega sein. Stinglhammers Alltag bestimmen Firmenaufträge, "mittlerweile kann ich Veranstaltungen für bis zu 5000 Leute ausrichten", erzählt er nicht ohne Stolz. Eine spektakuläre Laser-Lichtshow kann er ebenso bieten wie Tische, Stühle, Hussen, Tischdecken, alles in verschiedensten Farben und Ausführungen. Untergebracht ist alles in vier angemieteten Hallen.
Ein Neubau wäre überlegenswert, aber das kostet viel Geld, das er lieber in seine Ausrüstung investiert. Denn: "Wachstum ja, aber lieber langsam und beständig", ist seine Devise. Der Erfolg bestätigt ihn, denn Konkurrenten kamen schon viele und gingen auch schnell wieder: "Groß werden ist nicht schwer, aber groß bleiben schon."
Er hat sich Schritt für Schritt einen guten Ruf erarbeitet. Werbung hat er, wenn er einen guten Job macht. Dann wird er weiterempfohlen.
Die Fete von Kitzbühel war der erste Höhepunkt des Jahres. Es sollte nicht der letzte bleiben. Bei einer intimen Geburtstagsveranstaltung auf Sylt wurde Schmuse-Barde Chris de Burgh von Stinglhammer ins rechte Licht getaucht. "Das hätten auch Hamburger Firmen machen können", sagt der Niederbayer bescheiden. Aber freilich freut er sich, dass er immer wieder geholt wird. In diesem Jahr zum Beispiel noch an den Kalterer See zum "Südtiroler Genusstheater" mit Starkoch Roland Trettl.
In der näheren Umgebung und weltweit
Technik-Experte Stinglhammer ist viel unterwegs. "Präsentationen finden in der Regel beim Kunden statt", erklärt er, warum er seinem niederbayerischen Standort Bad Griesbach treu bleibt. Allerdings: Leben könnte er vom Geschäft in der Heimat nicht, "drei bis fünf Prozent des Umsatzes macht es aus", sagt er. Gefragt ist er freilich in der Umgebung: Als jüngst Politik-Shooting-Star Karl-Theodor zu Guttenberg zu den Bad Füssinger Gesprächen im Johannesbad von Bad Füssing zu Gast war, war Stinglhammer dafür zuständig, dass die über tausend Gäste bequem saßen und den Bundesverkehrsminister einwandfrei sehen und hören konnten. Allein drei Kamerateams waren unterwegs, um den Gast aus mehreren Perspektiven zu zeigen und das nach draußen zu übertragen: "Bei der Technik, da könnte sich ein Fernsehsender leicht einstöpseln und mitmachen", schmunzelt der Firmenchef.
Quietschen und Pfeifen aus dem Mikro - für Zuhörer und Redner ein Horror. Für den Techniker "das Todesurteil". Weshalb dem Experten das nicht passiert. Sein Horrorerlebnis hatte er in München, als wegen einer technischen Panne im Haus nichts mehr ging. Kein Strom, kein Ton. Eine Zweitausstattung hat Stinglhammer deshalb immer mit im Gepäck.
Und wenn dann am Ende eines Auftrags ein Star schwärmt: "Everything is fine, the sound ist great", wie gerade erst Chris de Burgh nach dem Sylt-Auftritt, dann strahlt Armin Stinglhammer vor ehrlicher Freude. Und er weiß, dass der Schritt in die Selbstständigkeit der richtige war.
Quelle: PNP





